SIEBDRUCK, TAMPONDRUCK UND DIGITALDRUCK IM VERGLEICH
- hirmerk
- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Insbesondere bei elektronischen Geräten ist eine maßgeschneiderte Gestaltung oft unerlässlich, um ein Wiedererkennungsmerkmal zu schaffen und sich von Mitbewerbern abzugrenzen. Die Bedruckung mit Unternehmenslogos, technischen Daten usw. spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Verschiedene Druckverfahren stehen zur Verfügung, wobei jede Methode ihre eigenen Eigenschaften und Vorteile aufweist, die je nach Anwendung oder Anforderungen an die Druckqualität eingesetzt werden. Dieser Artikel bietet einen nützlichen Überblick über die drei Druckverfahren: Siebdruck, Tampondruck und Digitaldruck.

Der Siebdruck
Das bewährte Druckverfahren basiert auf dem Prinzip des Schablonendrucks. Bei diesem Verfahren wird eine spezielle Siebdruckfolie mit einem feinen Gewebe erstellt, durch das die Druckfarbe mit einem Rakel gedrückt wird. Zunächst wird das gewünschte Druckmotiv mit Hilfe lichtempfindlicher Emulsionen auf die Siebfläche übertragen. Diese wird anschließend belichtet und entwickelt. Die nicht belichteten Bereiche bleiben offen und ermöglichen das Aufbringen der Farbe.

Vorteile Siebdruck
Hohe Farbintensität: Der Siebdruck ermöglicht eine hohe Dichte und Deckkraft der Farben - besonders wichtig für lebendige und auffällige Designs.
Langlebigkeit: Die Druckmethode ist dank der robusten Farbe sehr widerstandsfähig gegen Abrieb und chemische Einflüsse.
Wann Siebdruck?
Der Siebdruck eignet sich besonders für große Stückzahlen, da die einmalige Einrichtung der Siebe zeit- und kostenintensiv ist. Er findet häufig Verwendung bei großflächigen Druckbildern und auf ebenen Flächen.
Der Tampondruck
Der Tampondruck ist ein indirektes Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe anhand eines Silikonstempels (Tampon) auf das Produkt aufgebracht wird. Dieses Verfahren ermöglicht es, auch unregelmäßige oder gewölbte Oberflächen zu bedrucken. Der Tampondruck erfolgt mehrstufig: Zuerst wird die Farbe in die Vertiefungen der Druckplatte gegeben, dann wird der Tampon hineingepresst, um die Farbe aufzunehmen, als letzter Schritt erfolgt der Aufdruck auf das Objekt.

Vorteile Tampondruck
Hohe Detailgenauigkeit: Diese Druckmethode ermöglicht sehr detailreiche Designs - ideal für Logos und kleine Texte.
Flexibilität: Die Bedruckung von unterschiedlichsten Oberflächen und auch unregelmäßigen Formen ist gut möglich.
Wirtschaftlichkeit bei kleinen Stückzahlen: Im Vergleich zum Siebdruck ist der Tampondruck auch bei kleinen Produktionsmengen wirtschaftlich gut umsetzbar.
Wann Tampondruck?
Der Tampondruck wird häufig dann genutzt, wenn Präzision und Detailtreue gefragt sind.

Der Digitaldruck
Dieses Druckverfahren unterscheidet sich von den zuvor genannten. Hier werden digitale Bilddaten direkt auf das Material übertragen. Es werden dafür hochwertige Tintenstrahldrucker eingesetzt, die die Tinte in feinen Tropfen auf die Oberfläche aufbringen. Es gibt verschiedene Typen des Digitaldrucks, einschließlich UV-Druck und Eco-Solvent-Druck, die wiederum unterschiedliche Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten bieten.
Vorteile Digitaldruck
Kürzere Produktionszeiten: Da digitale Bilddaten direkt aufgedruckt werden, sind die Vorlaufzeiten wesentlich kürzer.
Personalisierung: Der Digitaldruck ermöglicht eine einfache Anpassung einzelner Designs. Maßgeschneiderte Lösungen sind einfach umzusetzen.
Umweltfreundlichkeit: Moderne Digitaldruckverfahren verwenden häufig umweltfreundliche Tinten und der Materialverbrauch kann im Vergleich zu anderen Druckmethoden stark reduziert werden.
Wann Digitaldruck
Der Digitaldruck findet zunehmend Anwendung, wenn individualisierte Designs (Bildern, Farbverläufe etc.) und Kleinserien gefragt sind. Auch im Prototyping und bei Kleinserien ist der Digitaldruck besonders beliebt.
Direkter Vergleich der Druckverfahren
In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie die drei Druckverfahren im direkten Vergleich:
Kriterium | Siebdruck | Tampondruck | Digitaldruck |
Druckqualität | Hohe Farbdeckung | Hohe Detailgenauigkeit | Hohe Detailgenauigkeit |
Sterilität | Robust und langlebig | Gut für unregelmäßige Flächen | Modern und schnell |
Stückzahl | Mittlere bis große Auflagen (in Abhängigkeit zur bedruckenden Oberfläche/Druck-bild). | Ideal für kleine bis mittlere Auflagen (in Abhängigkeit zur bedruckenden Oberfläche/Druck-bild). | Kleine Stückzahlen möglich (in Abhängigkeit zur bedruckenden Oberfläche/Druck-bild). |
Materialvielfalt | Vielfältige Materialien | Vor allem für unregelmäßige Formen geeignet | Meist Kunststoffe |
Einrichtungszeit | Länger, da Siebe erstellt werden müssen | Kürzer als beim Siebdruck | Sehr kurz |
Personalisierung | Eingeschränkt | Gut | Hervorragend |
Fazit

Bei der Auswahl der geeigneten Drucktechnik für die Bedruckung von Kunststoff-/Aluminiumoberflächen, Drehknöpfen und sonstigen Bedienelementen müssen verschiedene Faktoren beachtet werden: Wie sieht das Design aus? Wie hoch sind die Stückzahlen und das Budget? Welche Anforderungen muss das Endprodukt erfüllen? Der Siebdruck ist besonders geeignet für großflächige, robuste Designs, während der Tampondruck eine präzise Bearbeitung kleinerer Elemente auf unregelmäßigen
Oberflächen ermöglicht.

Der Digitaldruck bietet hingegen eine schnelle und flexible Lösung, insbesondere für personalisierte oder variable Aufdrucke. Letztlich hat jede Drucktechnik ihre Vorteile, es kommt auf die spezifischen Anforderungen des Projekts an und diese sollten gewissenhaft evaluiert werden. Sinnvollerweise zieht man den Druckspezialisten zur Beratung hinzu, welche Methode für das entsprechende Projekt die richtige ist. So kann nicht nur die Qualität des Produktes an sich optimiert werden, auch die Marke wird bestmöglich in Szene gesetzt.
OBT Bearbeitungstechnik ist eine Marke der Odenwälder Kunststoffwerke Gehäusesysteme GmbH.





Kommentare